Gericht Arnheim Roquetaillade, 21. Dezember 2008
Cc. an das Finanzamt in Doetinchem, Berufung betreffs Verfahrensnummer 07 / 2920 VPB 77Betreff: Zusendung der buchhalterischen Angaben bezüglich Zinseinnahmen 2007 sowie Gedanken zur Bemerkung des Richters während der Sitzung vom 13. März 2008
Sehr geehrtes Gericht Arnheim, anbei die virtuellen und tatsächlich bezogenen Zinsen über das Geschäftsjahr 2007. Bei den tatsächlich bezogenen Zinsen handelt es sich um Zinsen für Bankguthaben, Unternehmerdepots und das Kontokorrent der Agathos B.V. in Höhe von insgesamt xx.xxx €. Die virtuellen Zinseinnahmen betragen insgesamt xx.xxx €. Selbstverständlich ist die Klägerin bereit, Steuern über die tatsächlich bezogenen Zinsen zu zahlen. Ferner möchte die Klägerin diese Gelegenheit dazu nutzen, um auf eine Bemerkung zurückzukommen, die der Richter während der Sitzung vom 13. März 2008 äußerte. Diese Bemerkung, die die Klägerin im Protokoll nicht wiederfinden konnte, wurde von der Klägerin als gut gemeinter Rat aufgefasst. Der Richter riet der Klägerin zum Verfassen eines Kommentars, um die öffentliche Meinung auf diese Weise für das Thema zu interessieren, das die Klägerin im Rechtsstreit zur Sprache zu bringen versucht. Teilweise ist die Klägerin damit einverstanden, doch andernteils hat diese Bemerkung sie sehr bestürzt. Versuchte der Richter mir damit zu sagen, dass eine Sache erst wahr wird bzw. ist, wenn eine demokratische Mehrheit diese Ansicht vertritt? Oder wollte der Richter womöglich darauf hinweisen, dass die Klägerin die Annahme, dass Geld an sich Geld wert ist, nicht an der richtigen Stelle, dem Gericht, zur Sprache brachte? Wenn diese Interpretationen einen Kern von Wahrheit besitzen, hat die Klägerin in diesem Fall überhaupt eine Chance auf ein offenes und faires Verfahren? Mit der Annahme, dass Geld an sich Geld wert ist, haben die Behörden den Gewinner unbewusst schon im Voraus bestimmt: die Finanzwelt*. Ist ein fairer Wettbewerb, sind gleiche Chancen für alle möglich, wenn der Gewinner schon im Voraus bestimmt wird? Durch das Bestimmen des Gewinners im Voraus haben die Behörden ihre Unabhängigkeit und Objektivität, um im Namen der gesamten Bevölkerung zu sprechen (Allgemeinwohl), verloren. Wie kann ein Rechtssystem, das sich unbewusst auf diese Annahme stützt, im Namen aller innerhalb des Rechtsstaats gleichgewichtig und gerecht Recht sprechen? Geld, Gewinn, Zinsen oder die dutzende anderen Finanzderivate sind nicht in der Lage, gesellschaftliche Prioritäten zu unterscheiden. Wenn der Mensch sich dann den Gesetzen dieser Finanzwelt unterwirft, so ist es logisch, dass Entfremdung, Verwirrung und finanzielle Anarchie die Folge sind. Wie kann das Prinzip „mehr zurückbekommen, als man reingesteckt hat“**, jemals die gesellschaftliche Basis, wie sie in den Grundrechten im niederländischen Grundgesetz und der Europäischen Menschenrechtskonvention vorgesehen ist, in die Praxis umsetzen? Um bei dieser Berufung inhaltlich Fortschritte zu machen, würde die Klägerin gerne wissen, auf welche wissenschaftliche Grundlage sich die Beklagte in ihrer Annahme beruft, dass Geld an sich Geld in Form von Zinsen wert ist und demzufolge Steuern über diese Zinsen verlangt. Ich hoffe, dass sowohl die Beklagte als auch das Gericht die Notwendigkeit und Dringlichkeit dieser Berufung einsehen können und verstehen, dass es von wesentlicher Bedeutung ist, nicht gegeneinander zu arbeiten (was lediglich eine Form der gegenseitigen Konkurrenz ist), sondern miteinander zu kooperieren, um so die notwendige gesellschaftliche Basis wieder herzustellen bzw. zu schaffen und somit der Europäischen Konvention bezüglich der Herausforderungen des Menschen einen praktischen Inhalt zu verleihen, ungeachtet der Stellung, die wir innerhalb der Gesellschaft einnehmen. Mit freundlichen Grüßen
De Hutte Holding B.V.
*Alle, die glauben, dass Geld an sich Geld wert ist. ** Eine möglicherweise etwas plumpe, aber deutliche Übersetzung des Begriffs Gewinn, der Krieg aller gegen alle (Letztere stammt von Thomas Hobbes).
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