Offener Brief an: Ministerium für Allgemeine Angelegenheiten Roquetaillade, 1. Mai 2006 Kopie an das Finanzamt Almelo Betreff: Beendung der wirtschaftlichen Apartheid Sehr geehrter Herr Balkenende, um zumindest für mich selbst glaubwürdig zu sein, werde ich ab 10. Mai 2006 einerseits das Fordern von Zinsen (De Hutte Holding BV) und andererseits das Zahlen von Zinsen (EURL Petit Château Roquetaillade – Aveyron) einstellen. Diese beiden Unternehmen sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht eine einzige große Maskerade; komischerweise ist diese Maskerade jedoch der Keim einer provokativen Ehe zwischen Philosophie und Unternehmertum. Die Tatsache, dass die beiden vorgenannten Unternehmen das Fordern und Zahlen von Zinsen einstellen, hat zur Folge, dass ich die weitere Zahlung von Steuern über die Zinseinkünfte der Hutte Holding BV zum 10. Mai 2006 verweigern werde. Ich habe das Datum 10. Mai 2006 nicht zufällig gewählt: An diesem Tag wurde in Frankreich zum ersten Mal offiziell der Abschaffung der Sklaverei gedacht. Meiner Meinung nach ist das ein Thema, das immer noch sehr aktuell ist, wenn wir das schwarze Loch unseres heutigen politischen und wirtschaftlichen Denkens und Handelns sorgfältig untersuchen. Selbstverständlich bin ich bereit, die vorgenannten Entscheidungen vor Gericht zu verteidigen. Sehr geehrter Herr Balkenende, vielleicht ist es in einer Welt, die jahrhundertelang von gegenseitiger Konkurrenz auf religiöser, ethnischer, politischer und wirtschaftlicher Ebene dominiert wurde, unsere größte Angst, die wir überwinden müssen, dass wir als Mensch unter Menschen absolut gleichwertig sind? Anliegend übersende ich Ihnen einen Film über zwei unglaublich mutige Menschen, die ursprünglich politische Konkurrenten waren, jedoch aufrichtigen Mut bewiesen haben, indem sie nach einem gemeinsamen Ausweg gesucht haben, weil sie beide dessen öffentliche Bedeutung eingesehen haben. Mögen sie uns ein Vorbild für den Weg in Richtung Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für alle sein. Es ist kein einfacher Weg, aber ein Weg, der von jedem von uns, unabhängig von der Rolle, die das Leben uns zugewiesen hat, und auch davon, ob wir arm, reich, groß oder klein sind, verlangt, einen konstruktiven Beitrag für die Freiheit jedes Lebewesens zu liefern. Außerdem füge ich einen Untermauerungsversuch zur Beendung der wirtschaftlichen Apartheid bei. Die Gesellschaft ist ein Ganzes und unteilbar, ein Unternehmen der Menschen, das von Menschen und für Menschen geschaffen wurde. Mit freundlichen Grüßen De Hutte Holding BV & EURL Petit Château Roquetaillade –Aveyron ANLAGE I DVD Mandela and de Klerck - Unser potentieller Reichtum liegt in der Freiheit, die wir für uns selbst und andere schaffen - Anlage II
Ein Untermauerungsversuch zur Beendung der wirtschaftlichen Apartheid
Peter Hoopman Roquetaillade, 29. April 2006
“Du hast mir wieder eine schöne Suppe eingebrockt.”
Das Ende der Welt rückt näher. CNN bietet den Vertretern der verschiedenen Religionen die Möglichkeit, der Menschheit zuzusprechen. Als erster spricht der Pfarrer und sagt: “Wir haben gesündigt. Wir sind ohnmächtig, dieses Ende zu verhindern. Der Nord- und Südpol schmelzen, das Wasser wird uns erreichen. Uns bleiben nur noch zwei Wochen, um uns unsere Sünden einzugestehen und uns auf das Jenseits vorzubereiten.” Der Priester sagt: “Die Not ist groß, aber wir können uns auf das ewige Leben freuen. Und wir können unsere gegenseitigen Schulden einlösen und uns auf eine selige Ewigkeit vorbereiten.” Dann kommt der Imam: “Wir zahlen jetzt den kollektiven Preis, den der lasterhafte und dekadente Westen auf uns geladen hat.” Zuletzt kommt der Rabbiner. Er stürzt hinein, wirft seine Jacke über den Stuhl, krempelt seine Ärmel hoch und sagt: “Es bleibt uns sehr wenig Zeit. Wir haben noch zwei Wochen, um zu lernen, wie wir unter Wasser überleben können.”
Dieser Text wurde größtenteils aus der niederländischen Tageszeitung Trouw übernommen.
Ein Untermauerungsversuch zur Beendung der wirtschaftlichen Apartheid
Um Himmels willen, unser Trinkwasser wird verunreinigt... Zum Glück ist diese Situation “gut” für die Wirtschaft, denn jemand kann es wieder reinigen. Und außerdem wird dadurch der Gewinn von etwas oder jemandem gesteigert, denn durch die Verunreinigung entsteht ein Mangel. Ende der achtziger Jahre wird auf der höheren Landwirtschaftsschule in Deventer (Niederlande) ein Themennachmittag zur in den Niederlanden entstandenen Düngeproblematik organisiert. Auch Landwirte aus der Umgebung sind eingeladen, ihren praxisnahen Beitrag zur Diskussion zu leisten. Am Ende des Nachmittags steht einer dieser Landwirte, der scheinbar genug von der Diskussion hat, auf und sagt: “Verdammt, lasst uns doch in Ruhe unser Geld verdienen, dann können wir mit dem Geld die Probleme lösen”. Ich konnte mir damals nicht vorstellen, dass das wirklich seine Meinung war, dass er so “dumm” sein konnte. Erst Jahre später wurde mir meine eigene Dummheit bewusst, indem ich erkannte, dass dieser Landwirt die beste Zusammenfassung unseres politisch-wirtschaftlichen Systems, unseres wirtschaftlichen Denkens und Handelns abgegeben hatte: An erster Stelle stehen Wachstum und Gewinn und danach sehen wir weiter. Neunundzwanzigster Mai 2005, Ergebnis des Referendums zur Europäischen Verfassung in Frankreich. Die politischen Gewinner und Verlierer treffen in einer TV-Diskussion aufeinander. Diese Diskussion ist die perfekte Veranschaulichung der Armut und des Scheiterns des heutigen politischen Denkens, bei dem der Glaube an das “Gewinnen” und “Verlieren” über das Bewusstsein gesiegt hat, dass wir ein Mensch unter vielen Menschen sind und dafür eine individuelle und eine gemeinsame Verantwortung tragen. März - April 2006, Frankreich geht massenweise auf die Straße, um zu demonstrieren. Bürger und Behörden sind im Laufe der Zeit zu Konkurrenten geworden und kämpfen beide um ihr individuelles Überleben, ohne den anderen noch hören oder sehen zu können, denn in einer Welt, die an Konkurrenz glaubt, steht das Überleben jedes Einzelnen auf dem Spiel. Wirtschaftliche Apartheid (Konkurrenz) ist heute nahezu überall im Global Village institutionalisiert. Sie hat letzten Endes Misstrauen gesät und die Menschen voneinander, aber auch von der Politik und den Unternehmen verfremdet und die Demokratie ohnmächtig gemacht. Wir machen Schulden über Schulden, spekulieren drauf los ohne Anfang und ohne Ende, einfach ins Blaue hinein, ohne Wurzeln in der Gesellschaft. Dies führt schließlich zu einer negativen Symbiose aus Abhängigkeit, Erpressung und Scheinheiligkeit. Wenn wir gleichwertige Menschen sein wollen, müssen wir unsere wirtschaftliche Kommunikation von der Korruption reinigen, mit der wir diese beschmutzt haben, nämlich von den Zinsen auf Geld. Das Verrückte ist, dass sich dadurch in der Praxis wenig ändern wird. Wir werden weiterhin unsere Nahrung anbauen, Häuser bauen, unsere Kinder unterrichten, dies alles auf der Grundlage eines gesunden Geltungsdrangs und Stolzes, jedoch ohne dass dies auf Kosten von anderen geschieht. Wir schaffen dann die Möglichkeit, einander neu zu entdecken und Türen zu öffnen, die zuvor verschlossen blieben, indem wir wieder aufs Neue lernen, auf gleichwertige Weise miteinander zu kommunizieren und zu erkennen, dass die Menschheit und die Natur eins und in ihrer unendlichen Vielfalt unteilbar sind. Die Unternehmen müssen wieder das gesunde Rückgrat einer offenen, dynamischen und gesunden Demokratie werden, damit das Vertrauen in die Gesellschaft auf der Grundlage von Teilung, Aufrichtigkeit, Gleichwertigkeit und Kooperation wiederhergestellt wird. |
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| response de premier ministre J.P. Balkenende | deuxième lettre au premier ministre J.P. Balkenende |